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Die versteckten Kosten günstiger Webentwicklung

27. Juni 20269 Min. Lesezeit

Die Kalkulation klingt einfach: Agentur A kostet 15.000 €, Freelancer B kostet 3.000 €. Selbe Deliverable, 80 % Ersparnis. Wählen Sie den Freelancer.

Das Problem ist, dass diese Kalkulation nur den Anfangspreis berücksichtigt — nicht die Gesamtkosten. Hier ist eine ehrlichere Rechnung.

Die versteckten Kosten im Einzelnen

1. Nacharbeiten

Die häufigste versteckte Koste. Der Freelancer liefert etwas, das technisch funktioniert, aber nicht das ist, was Sie haben wollten. Sie hatten andere Erwartungen — vielleicht wegen unklarer Briefings, vielleicht wegen fehlender Erfahrung auf Seiten des Freelancers.

Nacharbeiten kosten typischerweise 30–50 % des Ursprungspreises. Aus einem 3.000-€-Projekt werden 4.000–4.500 €, bevor Sie fertig sind.

Warum das passiert: Erfahrene Studios haben erprobte Prozesse für Anforderungsklärung, Feedback-Runden und Scope-Definition. Günstige Freelancer haben das oft nicht.

2. Verzögerungen

Günstige Entwickler jonglieren mehrere Projekte gleichzeitig. Ihr 6-Wochen-Projekt läuft auf 12 Wochen. Das bedeutet:

  • Späterer Launch = spätere Kundenakquisition
  • Späterer Launch = späterer Fundraising-Proof
  • Ihr Team wartet statt zu arbeiten

Berechnen Sie den Opp Cost: Wenn Ihr Launch einen Monat zu spät ist und Sie damit rechnen, 20.000 € monatlich zu generieren, kostet die Verzögerung 20.000 € — für ein 3.000-€-Ersparnis.

3. Verlorene Konversionen durch schlechtes Design

Ein Entwickler, der keine UX- und Design-Expertise hat, liefert eine funktionale aber nicht konvertierende Site. Wenn Ihre Site 1.000 Besucher pro Monat erhält und die Konversionsrate 0,5 % statt 2 % ist, verlieren Sie 15 potenzielle Leads pro Monat.

Das sind keine hypothetischen Zahlen. Der Unterschied zwischen einer professionell designten Site und einer entwicklergenerierten Site ist messbar.

4. Technische Schulden

Günstiger Code ist oft schlechter Code — nicht weil der Entwickler schlecht ist, sondern weil Geschwindigkeit und Preis priorisiert wurden.

Was das langfristig kostet:

  • Jedes neue Feature dauert länger, weil der Code schwer zu erweitern ist
  • Bugs sind schwerer zu finden und zu fixen
  • Ein neuer Entwickler braucht länger, um sich einzuarbeiten
  • Irgendwann ist ein Rewrite günstiger als Erweiterung

Ein schlechtes Fundament kostet nicht einmal — es kostet bei jedem Sprint.

5. Kommunikations-Overhead

Mit einem erfahrenen Studio: Sie beschreiben, was Sie wollen, Sie bekommen Updates, Sie geben Feedback, Sie launchen.

Mit einem günstigen Freelancer: Sie beschreiben, was Sie wollen, es passiert nichts eine Woche. Sie fragen nach Status. Sie bekommen eine halbfertige Version. Sie erklären nochmal, was Sie wollten. Wiederholung.

Der Zeitaufwand für diese Kommunikation ist Ihrer Zeit — und Ihre Zeit hat einen Preis.

6. Sicherheitsprobleme

Günstige Entwicklung berücksichtigt oft keine Sicherheitsstandards. Eine WordPress-Site ohne korrekte Konfiguration, ein PHP-Backend ohne Input-Validierung, veraltete Dependencies.

Wenn Ihre Site gehackt wird:

  • Reputationsschaden bei Kunden
  • Datenschutzverletzung mit möglichen DSGVO-Strafen
  • Kosten für Schadensbereinigung
  • Ausfallzeit

7. Keine Dokumentation

Ein Freelancer, der das Projekt beendet hat, ist weg. Kein Wissenstransfer, keine Dokumentation, keine Onboarding für den nächsten Entwickler.

Wenn Sie Features hinzufügen oder jemanden neuen einstellen wollen, beginnen Sie von null.

Die vollständige Kostenkalkulation

Kosten-KategorieGünstige OptionProfessionelle Option
Anfangspreis3.000 €15.000 €
Nacharbeiten (geschätzt)1.200 €0 €
Verzögerungs-Opp-Cost5.000 €0 €
Konversionsverlust (6 Monate)3.000 €0 €
Technische Schulden (Jahr 1)2.000 €0 €
Total14.200 €15.000 €

Das ist ein vereinfachtes Modell. Aber es zeigt die Logik.

Wann günstigere Optionen sinnvoll sind

Nicht jedes Projekt braucht eine Full-Service-Agentur:

Template-Customization: Wenn Sie ein bewährtes Template nehmen und es für ein temporäres Projekt anpassen wollen, ist ein günstiger Freelancer oft angemessen.

Sehr kleines Scope: Eine einzelne Landing Page für einen A/B-Test, eine einfache Redirect-Seite. Wenn das Risiko von Nacharbeiten gering ist.

Wenn Sie Zeit statt Geld haben: Wenn Verzögerungen Sie nicht kosten, weil Sie noch nicht in der Marktphase sind.

Wenn der Ersteller intern ist: Wenn Sie jemanden intern haben, der es lernen will und die Zeit hat.

Die richtige Frage stellen

Statt „Was kostet das?" fragen Sie: „Was kostet es mich, wenn das schiefgeht?"

Wenn die Antwort „nicht viel" ist, wählen Sie die günstige Option. Wenn die Antwort „viel" ist, ist die teurere Option oft günstiger.


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